Männermannschaften

Heiß ersehntes Derby

Vorberichte

Morgen Abend ist es für die HSG Albstadt und den TV Weilstetten soweit: In der Längenfeldhalle steht um 20.30 Uhr das prestigeträchtige Württembergliga-Derby auf dem Programm.Spieler, Verantwortliche und Fans fieberten bereits seit Wochen auf dieses Duell hin – nun ist es soweit. Der TV Weilstetten empfängt am Samstag im Rahmen des alljährlichen Sponsorenabends die HSG Albstadt in der Längenfeldhalle. Die Ausgangslage der beiden Teams könnte dabei jedoch nicht unterschiedlicher sein. Weilstetten gewann zunächst seine ersten drei Partien, musste jedoch zuletzt vier Niederlagen in Folge einstecken und hinkt somit den eigenen Erwartungen hinterher. Albstadt konnte indes als Aufsteiger einen respektablen Saisonstart hinlegen und liegt mit bisher 9:7 Punkten absolut im Soll. Das bedeutet vor allem eines: Während die HSG am Samstagabend völlig befreit aufspielen kann, steht der TVW bereits mit dem Rücken zur Wand. Nur gut für die „Füchse“, dass in einem Derby wie diesem die Tabellenkonstellation für 60 Minuten nebensächlich ist. Es geht vor allem ums Prestige.Der TV Weilstetten um Trainer Ralf Bader legte einen furiosen Start in die Saison hin und feierte zunächst drei überzeugende Siege. Danach setzte es knappe Niederlagen gegen die hochgehandelten Teams aus Blaustein und Wangen und seither ist unter dem Lochen nichts mehr wie es war. Völlig verunsichert verlor man vor heimischer Kulisse gegen einen wacheren TV Steinheim und verspielte in der Vorwoche dann eine klare Sieben-Tore-Führung bei Rot-Weiß Laupheim. „Zu Beginn haben wir im Angriff sehr strukturiert gespielt. Danach verwerfen wir klarste Chancen und verlieren dann völlig den Faden“, bilanziert Bader nach der vierten Niederlage in Folge, „nach drei Siegen haben wir gerade eine lange Durststrecke. Wir machen zum Teil katastrophale Fehler in den entscheidenden Phasen. Da wird viel psychologische Aufbauarbeit gefordert sein“, weiß der TVW-Kommandogeber. Gegen die HSG stehe man nun fraglos unter Druck, räumt Bader ein, „wir gehen nun sicher nicht als Favorit ins Spiel. Aber für solche Spiele lebt man als Handballer. Wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen und alles versuchen, um das Ruder rumzureißen.“Die HSG Albstadt schwebt indes auf einer regelrechten Welle der Euphorie. In den vergangenen beiden Spielzeiten schaffte man durch zwei Aufstiege in Serie den Durchmarsch von der Bezirksliga in die Württembergliga und spielt dort nun eine ordentliche Rolle. Die 9:7 Punkte resultieren vor allem aus der eigenen Heimstärke – in der Vorwoche bezwang man dort Oberliga-Absteiger Wangen – vor zwei Wochen konnte man beim TV Gerhausen jedoch auch den ersten Sieg in der Fremde feiern. Dennoch gibt sich HSG-Trainer Markus Stotz vor dem morgigen Lokalkampf bescheiden: „Weilstetten ist sicher stärker, als sie sich zurzeit präsentieren. Wir werden uns dementsprechend vorbereiten und ich rechne mit einem heißen Kampf.“ Er sehe den TVW „trotz der jetzigen Situation am Ende der Saison vorne in der Tabelle – die Runde ist ja noch lang. Doch wir wissen über unsere Qualitäten Bescheid und wollen unser Bestes abrufen.“Vom Personal her werden vor allem die „Füchse“ Abstriche machen müssen. „Wir hatten unter der Woche lediglich sechs, sieben Feldspieler im Training und konnten so auch taktisch nichts machen. Das sind natürlich schlechte Bedingungen“, beschreibt Bader die Situation, „zwar wird wohl noch der ein oder andere zurückkommen, doch werden wir auf jeden Fall auch auf die zweiten Mannschaft zurückgreifen müssen. Das soll jedoch keine Ausrede sein – wir wollen trotzdem gewinnen.“ Die HSG kann indes nach aktuellem Stand aus dem Vollen schöpfen – unter der Woche gab es keine Ausfälle zu beklagen.