Männermannschaften

Emotionen pur im Derby

Spielberichte

Es war ein packendes, ein emotionales Derby in der Handball-Württembergliga Süd. Beim 25:25 (10:12) entführte Aufsteiger HSG Albstadt einen Zähler aus dem Balinger Längenfeld.“Ich denke, es war heute ein verdienter Punktgewinn“, meinte HSG-Coach Markus Stotz nach dem Remis beim Lokalrivalen Weilstetten. Die „Füchse“ lagen in der 56. Minute noch mit 24:21 vorne, doch in der finalen Spielphase schafften die Albstädter den Ausgleich. „Es war klar, dass es sehr eng werden würde“, sagte Stotz, doch in den letzten Minuten hatten die Kreisstädter eigentlich leichte Vorteile. Im Positionsangriff fanden die Schwarz-Roten keine Mittel gegen die ebenso kompakte wie kompromisslose TVW-Abwehr und auf der Gegenseite war Julian Mauthe einfach nicht zu stoppen. Alles, auch wirklich alles sprach für die Weilstetter. Doch der Aufsteiger zeigte Moral, ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und kam durch Steffen Link wieder auf 24:25 heran (58. Minute). Wieder witterten die „Füchse“ (Punkte-)Beute, doch Marco Makowski parierte glänzend gegen Felix Saueressig, welcher frei vom Kreis am HSG-Keeper scheiterte. 34 Sekunden waren vor über 700 Zuschauern noch zu absolvieren, als Albstadt ein letztes Mal in Ballbesitz kam und das Team von Trainer Ralf Bader in der Verteidigung alles reinwarf. Doch ausgerechnet der Ex-Weilstetter Nico Ferdinand wuchtete die Kugel aus neun Metern über den Scheitel von Moritz König zum 25:25 in die Maschen. „Er hat mit diesem tollen Wurf unsere Träume zerstört“, erklärte der „Füchse“-Bändiger, „es war aber trotzdem ein tolles Spiel vor einer tollen Kulisse wie zu alten HBW-Zeiten.“In Durchgang eins präsentierte sich Weilstetten allerdings ganz schwach, blieb nach einer 2:1-Führung (6.) über zehn Minuten ohne Torerfolg und fiel sukzessive auf 2:9 zurück (17.). Bader justierte nach, bat bereits zum zweiten Mal zur Extrabesprechung an die Seitenlinie. Vergebens. Weiterhin führte der Aufsteiger, welcher die bessere, die reifere Spielanlage zeigte. „Wir waren nach dem Rück-stand verunsichert“, analysierte der ehemalige Bundesliga-Spieler, „haben dann ins Spiel gefunden.“ Und die Schwachstelle in der Albstädter Abwehr. Immer wieder kamen die Weilstetter über die Außen zum Erfolg, verkürzten in Überzahl zum 9:11 (26.). Jannik Rau traf noch einmal für Albstadt, das schließlich mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Pause ging.Auch nach dem Seitenwechsel konservierten die Schwarz-Roten zunächst die knappe Führung, zogen sogar auf 19:15 davon (44.). Abermals sah Bader Gesprächsbedarf. Die einminütige Ansprache zeigte diesmal Wirkung. Es folgte die stärkste Phase der „Füchse“. Mauthe, Steffen Müller und Daniel Naumann egalisierten (19:19/48.) und nun wurde es richtig hektisch auf der Platte. Noch einmal legten die Gäste vor, ehe Saueressig für die zweite Weilstetter Führung seit der sechsten Minute sorgte (22:21/52.). Die HSG wirkte müde, während der TVW nun auch spielerisch überzeugte. Saueressig und der Ex-Albstädter Martin Maier stellten die HSG-Defensive vor große Probleme und nach und nach fiel der Aufsteiger zurück. Doch die Stotz-Truppe bewies Charakter, kämpfte und schaffte noch den Ausgleich. „Aufgrund der ersten Halbzeit und der kämpferischen Leistung am Ende verdient“, so der Albstädter Coach zufrieden, während sein Gegenüber haderte: „Wir haben in den letzten Minuten zu viele schnelle Gegentore bekommen.“Post vom Verband erhalten die Albstädter Julian und Lukas Mayer. Der Torhüter handelte sich nach einem Verbalscharmützel mit den Unparteiischen die Rote Karte ein, der zehnfache Torschütze verhinderte nach dem 25:25 die finale Aktion der „Füchse“ mit einem Foul.