Männermannschaften

HSG Albstadt und TV Weilstetten messen ihre Kräfte

Vorberichte

In der Ebinger Mazmannhalle steigt am Samstag (20 Uhr) das prestigeprächtige Derby zwischen der HSG Albstadt und dem TV Weilstetten. Die Tabelle spielt dabei nur eine Nebenrolle.

Wie wichtig dieses Spiel für das Umfeld, die Anhänger und die Verantwortlichen ist, zeigte sich im ersten Showdown der beiden Traditionsvereine im November letzten Jahres in der Balinger Längenfeldhalle: Der „Fuchsbau“ war bis auf den letzten Platz gefüllt. „Die Kulisse war atemberaubend“, war TVW-Coach Ralf Bader beeindruckt, „das war wie zu alten HBW-Zeiten.“ Auf dem Spielfeld entwickelte sich indes ein echter Krimi. Zwar konnte sich Albstadt während der ersten Hälfte mit einem 8:0-Lauf zwischenzeitlich auf 9:2 absetzen – doch die Bader-Truppe kämpfte sich zurück in die Partie. Zur Halbzeit hatten die Hausherren beim 10:12 wieder den Anschluss geschafft.

Nach dem Seitenwechsel behielt die HSG bis zum 15:19 die Oberhand, ehe die Füchse durch vier Tore in Serie ausgleichen konnten. Etwas mehr als drei Minuten vor Schluss lag der TVW dann mit 24:21 in Front und schien den Derbysieg bereits sicher zu haben – doch die Schwarz-Roten schlugen zurück und kamen durch den – von der DKB-Handball Bundesliga zum Tor des Monats ausgezeichneten – Treffer von Nico Ferdinand drei Sekunden vor Schluss noch zum 25:25-Ausgleichstreffer.

Nach der durchaus gerechten Punkteteilung im ersten Aufeinandertreffen zählt für beide Teams jetzt nur ein Sieg. In der Tabelle hätte man somit die besseren Karten auch in der Endabrechnung vor dem Lokalrivalen zu liegen und auch zumindest rechnerisch noch die Chance, ganz oben anzugreifen – doch das ist in diesem Spiel nur Nebensache. Die aktuelle Form spricht dabei für das Team der Stunde aus Weilstetten, welches seit zehn Spielen und damit seit Ende November ungeschlagen ist. Doch Albstadt konnte die vergangenen beiden Partien ebenfalls für sich entschieden und kann sich zudem auf die Heimstärke berufen: Seit sechs Spiele ist die HSG im Mazmann ungeschlagen.

„Albstadt spielt eine hervorragende Runde“, zollt TVW-Übungsleiter Bader dem Gegner Respekt, „wir sind dagegen nach der schlechten Hinrunde drauf und dran doch noch eine gute Saison zu schaffen. Dazu wollen wir jetzt unbedingt gewinnen – auch um an Albstadt vorbeizuziehen.“ Durch die räumliche Nähe und vieler Bekanntschaften untereinander berge die Partie natürlich „zusätzliche Brisanz“, so Bader weiter. Taktische hat der „Füchse“-Trainer vor allem zwei Knackpunkte ausgemacht: „Albstadt hat die Stärke im Angriff, den Ball auch unter Druck immer noch weiter spielen zu können. Außerdem spielen sie eine sehr aggressive Abwehr. Da dürfen wir wiederum keine Fehler machen und die Räume am Kreis nutzen.“

„Für mich als Trainer ist das Spiel weniger besonders als für die Spieler“, spricht HSG-Trainer Stotz über die Ausgangslage, „aber das ist ja auch ganz normal – es geht wie immer um zwei Punkte. Meine Aufgabe ist es mein Team bestmöglich vorzubereiten.“ So würde es neben einer guten Abwehr und einer hohen Effektivität im Abschluss auch darauf angekommen, „wer die Gemüter auf dem Spielfeld besser im Griff hat.“ „Weilstetten ist für mich favorisiert“, sieht der Stotz sein Team in der Außenseiterrolle, „sie haben einen guten Lauf und wollten vor der Saison auch weiter oben stehen als wir. Dennoch werden wir kämpfen, um im eigenen Wohnzimmer noch einen Sieg einzufahren.“