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Wende bleibt diesmal aus

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Die Erfolgsserie des Weilstetter Handball-Württembergligisten hat auch im Ebinger Mazmann gehalten. Beim Lokalrivalen HSG Albstadt gewannen die „Lochenfüchse“ am Ende klar mit 27:23 (16:11).

Das Zollern-Derby elektrisierte, lockte am Samstagabend über 1000 Zuschauer in die Sportstadt. Die erlebten eine intensive Begegnung mit einer hohen Ereignisdichte, vielen Emotionen auf und neben der Platte sowie einem überragenden Moritz König. Der Weilstetter Keeper machte den Unterschied aus, parierte allein in den ersten 30 Minuten neun Würfe (Fangquote: 50 Prozent). Auf der Gegenseite bekam Tobias Exner nur wenig zu fassen und so lag Albstadt zur Pause mit 11:16 zurück. „Da waren auch ein paar ganz unglückliche Bälle dabei“, machte Markus Stotz seinem Keeper keinen Vorwurf. Präzise analysierte der HSG-Coach: „Wir haben nach der Pause beim 16:18 zwei Konter verworfen und in der ersten Halbzeit zwei Siebenmeter vergeben. Das machte am Ende den Unterschied aus.“

Ohne Zweifel: Die Schwarz-Roten taten sich im Angriff unglaublich schwer, kamen gegen die ebenso kompakte wie kompromisslose Weilstetter 3:2:1-Abwehr (20 Strafminuten, d. Red.) nur zu wenigen Chancen aus dem Rückraum. Dennoch kämpfte sich der Aufsteiger nach einem frühen Drei-Tore-Rückstand (2:5/6.) wieder heran, war beim 6:7 (15. Minute) und 7:8 (16.) in Schlagdistanz. Die Gastgeber ließen jedoch zu viele Möglichkeiten liegen und fielen sukzessive zurück: mit 7:12 (22.). Der HSG-Kommandogeber bat zur Extrabesprechung an die Seitenlinie, doch die anvisierte Ergebniswende blieb aus. Nach Toren von Lukas Mayer und Paul Jerger verkürzte der Tabellenvierte zwar auf 9:12, doch der TVW zeigte nicht nur in dieser Phase die bessere, die reifere Spielanlage. Auch eine frühe Rote Karte gegen Routinier Steffen Müller nach der dritten Zeitstrafe brachte die Truppe von Trainer Ralf Bader nicht aus dem Konzept. Im Gegenteil: Eric Single und Daniel Naumann stellten zur Pause den alten Fünf-Tore-Abstand wieder her (16:11).

„Wir hatten viele unnötige Zeitstrafen“, haderte Bader dennoch ein wenig, zumal die Albstädter nach dem Seitenwechsel mächtig Druck ausübten. Jannik Rau, Mayer und Nico Ferdinand verkürzten und beim 14:16 in der 35. Minute war wieder alles offen. „Wir haben schon zwei, drei Aktionen nicht clever gespielt“, monierte Bader, nachdem die „Füchse“ beim 21:22 doch gewaltig wackelten. „Es war ein Kampf bis zum Schluss“, meinte Bader, „beide Mannschaften haben gezeigt, dass sie zu Recht oben in der Tabelle stehen.“ In der finalen Spielphase sorgte schließlich TVW-Kapitän Felix Euchner vom Kreis für die Vorentscheidung, netzte hart bedrängt zum 25:21 (54.). Noch einmal verkürzte Steffen Link, der ansonsten blass blieb, zum 22:25. Bader reagierte rasch, sah Gesprächsbedarf und zückte noch einmal die Grüne Karte. Die Anweisungen des früheren Bundesliga-Spielers zeigten Wirkung. Ganz routiniert verwalteten die Kreisstädter die Führung, „und gewannen am Ende um ein, zwei Tore zu hoch“, wie es Stotz formulierte, „aber wir mussten alles probieren und haben offensiv verteidigt“.

Die Ergebniswende wie im Hinspiel, als die Albstädter nach einem Drei-Tore-Rückstand in den letzten drei Minuten noch einen Punkt aus dem Längenfeld entführten, blieb diesmal aus. „Uns fehlte die Qualität im Abschluss“, kritisierte Stotz, während Bader zufrieden bilanzierte: „Wir sind seit nun elf Spiele ungeschlagen und wollen diese Serie ausbauen. Mal schauen, was dann herauskommt . . .“